Qigong – Entspannung und Training

Es ist nun schon mehrere Jahre her, als ich Qigong für mich entdeckt habe. Die Mischung aus Meditation, Konzentrationstraining und Bewegungsübungen ist für mich ideal, auch im Bezug auf Selbstverteidigung. Für diese Ansicht werde ich zwar oft belächelt, doch für mich persönlich ist nicht nur die körperliche Fitness wichtig, sondern auch Konzentrationsfähigkeit ist im Notfall ein wertvolles Gut. Noch wichtiger für mich ist es, in Stresssituationen durch meine Atmung die Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen. Zudem ist mir auch wichtig, dass ich selbstbewusst auftrete. Dies ist für mich der beste Selbstschutz, da sichtbare Angst meiner Meinung nach das Risiko eines Angriffs erhöht. Mit Qigong übe ich aber auch entsprechende Bewegungen ein, die mir im Falle eines Angriffs helfen können, wie ich sie auch aus meinem Kung Fu Training bereits kenne.

Deutlicher Einflüsse der Kampfkünste prägen Qigong

Ob in den Bewegungsabläufen oder der vermittelten Einstellung spiegeln sich Einflüsse der Shaolin-Mönche wieder. So spielt die Methode Y Jin Jing eine entsprechende Rolle im Qigong und diese beruht darauf einzelne Muskelpartien bewusst anzuspannen und zu entspannen. Diesen Wechsel hinzubekommen ist nicht immer ganz einfach, aber genau dies ist auch das Geheimnis des Qigongs, denn letztlich werden bei der Entspannungstechnik alle Muskelpartien gezielt trainiert. Zudem liegt der Fokus des Qigongs auf den inneren Kampfkünsten Tajiquan, Baguazhang und Yingyiquan. Ich persönlich liebe es, die Bewegungen aus meinem Kampfsporttraining im Qigong wieder zu entdecken und diese bewusst langsam durch zuführen. Doch genau dies macht mir die Bewegungen noch bewusster und auch die benötigten Muskelgruppen werden durch die langsame Bewegung anders beansprucht als im normalen Training.

In der Ruhe liegt die Kraft

Was mir mein Trainer beim Kung Fu immer vermitteln wollte, verstand ich erst durch Qigong. Denn es ist wichtig, immer die Ruhe zu bewahren. Ruhe kann Selbstschutz sein und zu einem besonnenen Handeln bei der Selbstverteidigung führen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es schwierig ist sich in brenzligen Situationen Ruhe auszustrahlen. Durch die meditativen Elemente von Qigong gelingt mir dies immer besser und aus der Ruhe heraus handle ich nicht mehr unüberlegt, sondern versuche die Situationen aufzulösen und infolge auch im Vorfeld zu vermeiden. Zwar wusste ich immer, mit welchen Griffen ich mich gegen einen Angreifer wehren könnte, doch hatte ich stetig die Angst, dass ich im Ernstfall eben nicht die richtigen Griffe parat hätte. Durch das Üben immer wieder zu entschleunigen, fühle ich mich sicherer, denn meine Konzentrationsfähigkeit hat auch in Stresssituationen enorm zugenommen.Außerdem habe ich bzw. kann ich nicht immer einen Elektroimpulsgerät mit mir führen. So kann ich nun viel selbstbewusster in Gefahrensituationen auftreten, was mich von vornherein nicht zum Opfer werden lässt, sondern viel mehr zu einem Gegner. Diese Gewissheit ist für mein Sicherheitsgefühl ein enormer Gewinn und so kann ich gerade Frauen empfehlen sich für einen Qigong Kurs anzumelden, um nicht nur ein besseres Körpergefühl zu entwickeln, sondern auch mental zu wachsen.