Pfefferspray – Übung macht den Meister

Pfefferspray zählt zu den beliebtesten Hilfsmitteln im Bereich der Selbstverteidigung. Besonders Frauen sind von Pfefferspray sehr angetan. Doch häufig vermittelt Pfefferspray auch nur ein trügerisches Gefühl der Sicherheit, denn gerade Frauen neigen dazu sich nicht mit der Anwendung vertraut zu machen und das Spray liegt irgendwo in der Tiefe der Handtasche herum und fristet hier sein Dasein. Damit Pfefferspray auch wirklich dem Schutz dienen kann, kommt es auf die richtige Benutzung und Anwendung an. Zudem wird auch häufig vergessen, dass Pfefferspray dem Waffengesetz in Deutschland unterliegt und so kommt es immer wieder zu falschen Annahmen im Bezug auf die Verwendung von Pfefferspray.

Pfefferspray und das deutsche Waffengesetz

Viele Frauen in Deutschland besitzen ein Pfefferspray. Manche haben dies täglich bei sich, andere nur wenn sie wissen, dass sie spät abends oder in der Nacht unterwegs sind. Grundsätzlich ist der Grund, sich im Fall der Fälle verteidigen zu können. Doch wer in Deutschland in einem Geschäft Pfefferspray ersteht, sollte einmal genauer auf die Hinweise achten, die auf der Dose stehen, denn jedes Pfefferspray, dass ihr zum Beispiel an der Tankstelle kaufen könnt, trägt den Aufdruck Tierabwehrspray. Dies hat auch gute Gründe, denn in Deutschland unterliegt auch Pfefferspray dem Waffengesetz und somit ist der Kauf und das Mitführen von Pfefferspray um es gegen Menschen Einzusätzen illegal. Ihr dürft jedoch ein Tierabwehrspray mit euch führen, um euch gegen Tiere verteidigen zu können, wenn ihr dieses in einer Notsituation gegen einen Menschen einsetzt, aber es nicht mit dieser Absicht mit euch geführt habt, dann fällt dieses Vorgehen unter Notwehr.

Die verschiedenen Arten von Pfefferspray

Grundsätzlich wird zwischen den Arten der Konsistenz bei Pfefferspray unterschieden. Aktuell finden sich die klassischen Sprays und auch Gel- oder Schaumgemische im Handel und zudem gibt es noch die Pfefferpistole. In allen Fällen wird das Reizstoffmittel Oleoresin Capsicum genutzt, um sich gegen Angreifer zur Wehr zu Setzen.

Pfefferspray mit Sprühnebel

Das Pfefferspray aus der Sprühdose, welches mit Sprühnebel arbeitet, wird konisch verteilt, also kegelförmig. So wird eine größere Fläche abgedeckt. Etwas suboptimal ist jedoch, dass der Angreifer relativ nah sein muss, damit der Sprühnebel ihn auch erreicht. Ein weiteres Problem kann bei der Verwendung der Wind sein, denn dieser kann dafür sorgen, dass nicht der Angreifer mit dem Pfefferspray benetzt wird, sondern man sich letztlich selbst dem Spray ausgesetzt sieht.

Pfefferspray mit Sprühstrahl

Eine weitere Variante ist das Pfefferspray mit Sprühstrahl, welches ebenfalls recht gängig ist. Der Vorteil dieser Variante ist, dass mit Gel gearbeitet wird und der Strahl zielgenauer ist. Durch den Sprühstrahl und die festere Konsistenz ist diese Variante des Pfeffersprays auch nicht so windanfällig. Wichtig ist es jedoch, genau zu zielen, da sich das Spray nicht verteilt.

Pfefferpistole

Alternativ werden auch Pfefferpistolen angeboten. Diese Art der Pistole ist ohne Waffenschein zu erwerben und ist die wohl effektivste Art Pfefferspray einzusetzen. Der große Vorteil der Pistole ist ihre Reichweite, denn so muss man nicht zu nah am Angreifer sein. Durch eine relativ hohe Abschussgeschwindigkeit gibt es auch kaum Streuverluste und die Treffsicherheit mit der Pistole ist zudem relativ hoch und auch Wind kann sich nicht negativ auswirken.

Füllmenge häufig überschätzt

Häufig werden gerade in Supermärkten und Tankstellen kleine handliche Pfefferspraydosen angeboten, die kaum Platz in der Handtasche wegnehmen und selbst in die Manteltasche passen. Grundsätzlich ist anzuraten, sich für ein Produkt mit viel Füllmenge zu entscheiden und ein Pfefferspray mit ballistischem Strahl zu verwenden. Hierfür sollte jedoch eine gewisse Zielsicherheit vorhanden sein. Wer dennoch das klassische Spray wählt, der sollte auf ein hochwertiges Produkt zurückgreifen, denn hier ist es besonders wichtig, dass das Produkt über eine gute Düse verfügt.

Sicherer Umgang ist das A und O

In erster Linie gilt es das Pfefferspray nicht in den Tiefen der Handtasche zu vergessen, sondern es griffbereit mit sich zu führen. Im Notfall bleibt nicht die Zeit die Handtasche zu durchsuchen. Noch wichtiger ist es jedoch sich mit dem Produkt im Vorfeld vertraut zu machen. So sollte schon beim Kauf darauf geachtet werden, ob das Spray über eine Schutzkappe oder einen Sicherheitsmechanismus verfügt. Zudem sollte der Umgang mit genau diesem Produkt geübt werden. Nur wer in der Anwendung sicher ist, kann sich auf das Pfefferspray im Ernstfall verlassen. Der sicherste Griff ist, wenn alle Finger die Dose umschließen und nur mit dem Daumen der Sprühmechanismus betätigt wird, denn so lässt sich die Dose wirklich sicher und fest halten.