Elektroschocker – wirkungsvoll aber nicht in jedem Fall legal

Elektroschocker zählen zu den wirkungsvollen Hilfsmitteln der Selbstverteidigung. Doch Elektroschocker ist nicht gleich Elektroschocker und so finden sich sehr unterschiedliche Varianten auf dem Markt. Nicht jede Variante des kleinen Helfers ist für Privatpersonen erlaubt, was jedoch abhängig vom jeweiligen Land ist. So gibt es einiges zu beachten, sowohl beim Kauf als auch bei der Nutzung, denn letztlich ist für Laien nicht immer klar, was erlaubt ist und was nicht. Entsprechend möchte ich euch heute einen kleinen Überblick über den Bereich Elektroschocker geben.

Die unterschiedlichen Elektroschocker im Überblick

Ein Elektroschocker oder auch eine Elektroimpulswaffe dient in erster Linie der Selbstverteidigung und nicht dem aktiven Angriff auf eine andere Person. Grundlegend arbeiten die Geräte mit einer niedrigen Batteriespannung, die eine hohe Ausgangsspannung entstehen lassen. Elektroschocker sind so konzipiert, dass es möglich ist, anderen einen elektrischen Schlag zu versetzen, ohne Gefahr der Selbstverletzung. Grundsätzlich wird zwischen 5 Arten von Elektroimpulswaffen unterschieden, die jedoch nicht alle für Privatpersonen in Deutschland legal nutzbar sind.

Klassische Elektroschocker

Bei der klassischen Variante des Elektroschockers handelt es sich um ein handliches Modell, welches problemlos mitgeführt und verdeckt getragen werden kann. Geräte mit dem PTB Prüfsiegel können in Deutschland legal von Privatpersonen erworben werden und dürfen auch mitgeführt werden. Die Problematik der klassischen Elektroschocker liegt an sich darin, dass sie nur dann eingesetzt werden können, wenn man sehr nah an seinem Angreifer dran ist. Zwar gibt es Fälle, in denen alleine der Anblick des Elektroschockers ausreichte, um den Angreifer in die Flucht zu schlagen, darauf verlassen sollte man sich aber nicht. Ebenso sei zu erwähnen, dass viele Frauen den kleinen handlichen Elektroschocker gerne in der Handtasche mit sich führen, was jedoch nicht empfehlenswert ist, denn bis Frau diesen aus der Handtasche holt, kann es schon zu spät sein. Entsprechend ist zu empfehlen den Elektroschocker bei Spaziergängen in der Nacht oder auf dem Heimweg nach der Arbeit oder einer Party am Handgelenk getragen werden sollte, damit dieser im Falle eines Angriffs griffbereit ist.

Elektroschocker in Stabform

Sehr beliebt und auch häufig in amerikanischen Filmen zu sehen ist der Elektroschocker in Stabform. Aufgrund der länglichen Form muss der Angreifer nicht ganz so nahe sein, um ihm einen Schlag zu versetzen. Dies kann sehr praktisch sein. Jedoch sind diese Geräte aktuell meiner Kenntnis nach nicht auf dem deutschen Markt erhältlich. Grund dafür könnte sein, dass der Elektroschockerstab in Deutschland eher als Angriffswaffe eingeordnet wird und nicht als eine Selbsverteidigungswaffe. Gerade für Frauen wäre es jedoch vorteilhaft, nicht ganz so nah am Angreifer sein zu müssen, doch in Deutschland gibt es aktuell keine erlaubten Modelle dieser Art und es empfiehlt sich auch nicht diese Geräteart aus dem Ausland mitzubringen und in Deutschland zu nutzen.

Elektroschocker in Form einer Pistole

Als Elektroschocker Pistole oder auch Taser bekannt werden Elektroschocker bezeichnet, die in Deutschland Spezialeinheiten der Polizei vorbehalten sind. Bis 2008 waren diese auch für Privatpersonen erhältlich, jedoch wurde dies in Deutschland verboten. Die Funktionsweise ist wie bei einer Pistole, denn es werden Projektile abgefeuert, die mit Drähten mit der Waffe verbunden sind und auch der elektrische Schlag, den diese Elektroschocker verteilen, ist nicht ohne. Was in Deutschland illegal ist, ist es im Nachbarland Österreich zum Beispiel nicht, denn hier ist der Verkauf an Privatpersonen problemlos möglich, denn dort gilt der Taser als Waffe zur Selbstverteidigung.

Elektroschocker in Taschenlampenform

Im Ausland werden häufig Elektroschocker angeboten, die auf den ersten Blick wie eine Taschenlampe wirken. Von der Funktionsweise sind diese vergleichbar mit den Elektroschockerstäben oder auch den klassischen Handgeräten. Aufgrund der Tatsache, dass sich hier der Elektroschocker als Alltagsgegenstand tarnt, ist diese Variante in Deutschland verboten, denn laut deutschem Waffengesetzt dürfen Waffen sich nicht als Alltagsgegenstände tarnen, sondern müssen klar als solche erkennbar sein. Wer dennoch eine der Elektroschocker Taschenlampen mit sich führt, muss mit hohen Strafen rechnen und dies auch, wenn diese gar nicht zum Einsatz kommt.

Viehtreiber

Viehtreiber haben im Grunde einen ganz anderen Verwendungszweck als ein Elektroschocker und geben auch weniger Spannung ab. Anders als Elektroschocker müssen Viehtreiber auch nicht das PTB Siegel tragen. Zudem sei anzumerken, dass ein Viehtreiber etwas unpraktisch ist, um diesen mit sich herum zutragen zur Selbstverteidigung und auch die Wirkung nicht wirklich hoch ist. Wer jedoch zufällig einen Viehtreiber neben sich hat, wenn er angegriffen wird, kann diesen jedoch bedenkenlos einsetzen.

Elektroschocker im In- und Ausland

Grundsätzlich gilt für Deutschland, dass alle zugelassenen Geräte ein Sigel der „Physikalisch-technischen Bundesanstalt“ tragen müssen. Ist kein PTB-Prüfsiegel vorhanden, sind die Elektroschocker in Deutschland nicht zugelassen und somit verboten. Dies gilt auch, wenn es sich eigentlich um einen klassischen Elektroschocker handelt, wie er auch in Deutschland von Privatpersonen erworben werden kann und genutzt werden darf. Sowohl Taser als auch Elektroschocker, die nicht als solche erkennbar sind, sind in Deutschland gänzlich für Privatpersonen verboten. Taser dürfen nur von Sondereinsatzkräften mitgeführt werden.

In Österreich sieht die Situation schon wieder etwas anders aus, denn hier gelten andere Regeln als in Deutschland. So gibt es zum Beispiel kein spezielles Prüfsiegel und Elektroschocker dürfen prinzipiell mit erreichen der Volljährigkeit gekauft werden und auch mitgeführt werden. Wie in Deutschland sind Modelle verboten, die sich als Alltagsgegenstände tarnen. Taser sind jedoch in Österreich legal zu erwerben, dürfen jedoch nur in der Öffentlichkeit mitgeführt werden, wenn ein entsprechender Waffenpass vorhanden ist, denn sie gelten in Österreich als Schusswaffen der Kategorie D.

In der Schweiz dürft ihr grundsätzlich keine Elektroschocker mit euch tragen. Alle Varianten von Elektroschockern sind laut Waffengesetz der Eidgenossen verboten. Einzig Viehtreiber gelten aufgrund ihrer eigentlichen Nutzungsbestimmung nicht als Waffe und so ist deren Verwendung im Tierschutzgesetz geregelt.

Fazit:

Zwar scheint ein Elektroschocker auf den ersten Blick ideal für die Selbstverteidigung und den Selbstschutz geeignet zu sein, jedoch gibt es einiges zu beachten. Wer einen Elektroschocker während des Urlaubs bei sich tragen möchte, sollte sich immer vor der Reise informieren, welche Bestimmungen im Urlaubsland herrschen. Ebenfalls ist es keine gute Idee, Elektroschocker im Ausland zu kaufen, um diese in Deutschland zu verwenden, da diese dann nicht das nötige Prüfsiegel innehaben und die Verwendung entsprechend illegal wäre.